Wie ich zur Politik komme

Bereits während der Ausbildung musste ich immer wieder feststellen, dass meine Kolleginnen und ich unseren Patientinnen nicht gerecht werden. Zu wenig Zeit für zu viele Patientinnen, kaum Zeit sich mit anderen Berufsgruppen abzusprechen, kaum Zeit sich intensiver mit einer Frage- oder Problemstellung aus dem Fachbereich zu beschäftigen. Mir sind bereits damals massive Mängel in der Qualität aufgefallen, die letztendlich multifaktoriell bedingt sind.

Ich entschied mich, mich der Sicherung der Qualität in der Pflege intensiver zu widmen und studierte Pflegewissenschaft. Doch ich musste wieder ernüchternde Erfahrungen sammeln. In der Position als stellvertretende Abteilungsleitung mit Verantwortung für Pflegefachlichkeit spürte ich erneut, wie zweitrangig die Qualität in unserem Gesundheitssystem ist. In diesem System, das der Logik des Marktes folgt, was Profitorientierung und Konkurrenz impliziert, geht es um Zahlen, besetzte Stellen und absolvierte Operationen. In einem System zu arbeiten, das man in seinen Grundsätzen ablehnt, macht mürbe oder treibt zum Aktivwerden.

Ich schlug den zweiten Weg ein. Entfacht wurde der Funken mit der Anfrage der Partei DIE LINKE Kreisverband Freiburg, ob ich mir vorstellen könnte zu kandieren. Am 18.6.2020 wurde ich zur Kandidatin für DIE LINKE für den Landtagswahlkampf 2021 im Wahlkreis 47 Freiburg West gewählt.

Mit diesem klaren Ziel vor Augen, dass DIE LINKE in den Landtag von Baden-Württemberg muss starte ich nun in den Wahlkampf. DIE LINKE ist das soziale Korrektiv das in unserem Landtag fehlt. Wir brauchen eine Partei, die bei den Rechenexperimenten im Gesundheits- und Pflegesystem auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Patient*innen hinweist. Wir brauchen eine Partei, die im Bereich Bildung darauf aufmerksam macht, dass
wir erst Chancengleichheit herstellen, wenn auch Kitas kostenfrei sind. Wir brauchen eine Partei, die unermüdlich gegen Faschismus und Rassismus vorgeht. Wir brauchen eine Partei, die keinem Unternehmen zu spielt, solange es nicht strikte Kriterien zur Nachhaltigkeit und Achtung der Menschenrechte erfüllt. Wir brauche eine Partei, die den Kampf für die Gerechtigkeit der Geschlechter ernst nimmt. Wir brauchen eine Partei, die sich uneigennützig mit benachteiligten Menschen solidarisiert.

Wir brauchen eine Partei, die die gesamte Gesellschaft im Blick behält und nicht nur das obere Drittel.

Wir brauchen DIE LINKE im Landtag!

DIE LINKE ist für mich die Partei, die in der Lage ist Visionen zu entwickeln und aus den bestehenden Mustern ausbricht. Das erfordert Mut, das bedarf einem stetigen Hinterfragen von etablierten Strukturen.